Easy Salsa Dance Tips Part II

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Schon im letzten Artikel habe ich einiger der „Prinicples“ vorgestellt die dabei helfen generell ein besseres und effektiveres Lerngefühl zu bekommen und seit dem bin ich auch in meinem Unterricht immer wieder auf einige Fragen der Schüler gestoßen was bestimmte Inhalte des Unterrichts angeht. Ich möchte deswegen den vorherigen Artikel gern noch ein wenig erweitern und noch ein paar weitere Principles hinzufügen die Euch hoffentlich beim Lernen helfen.

Principle #5 : Eine Millionen Gründe Salsa Footwork zu lieben!

Footwork ist in unserem Unterricht immer ein sehr großer Bestandteil gewesen und das obwohl es uns durchaus bewusst ist das einige von Euch das nicht unbedingt favorisieren und am liebsten sofort direkt zur Partnerwork übergehen würden. Nun, zum Einen kann ich das sogar ein wenig verstehen, denn nicht umsonst wählt man, dann wenn man dabei ist sich einen Tanz auszusuchen den man gern lernen möchte, einen Paartanz. Aber, und ja, schon wieder ein Aber 🙂 Footwork ist ein wichtiger Bestandteil des Lernens und zwar nicht nur für die Footwork an sich, sondern insbesondere für das was uns eigentlich am Herzen liegt: Die Partnerwork! Wieso? ok beginnen wir mit:

Punkt 1: Der Rhythmus

Der Salsarhythmus ist unglaublich intensiv, stark und ist voller Leidenschaft und durch seine Polyrhythmik so vielfältig wie kaum ein Rhythmus eines anderen Genres. Diesen mit dem Körper verstehen zu lernen ist ein wirklich sehr wichtiger Bestandteil, wenn man gern sicher und souverän auf der Tanzfläche auftreten möchte. Das Gefühl das der ganze Körper sich im Rhythmus bewegt, das alle Körperteile harmonieren und das die Musik, der eigene Körper und der Körper des Partners als Symbiose zusammen eine ganz spezielle Sauce ergeben, dieses Gefühl wünscht sich doch insgeheim jeder Salsero. Mit anderen Worten, nicht nur stumpfe Tanzschritte sondern der ganz spezielle „Flavor“ dahinter  der den Tanz authentisch und nicht eingeübt wirken lässt, sondern den Rhythmus zu einer zweiten Natur Deines Körpers werden lässt.

Das klingt jetzt alles sehr poetisch und ich muss sagen das ist es auch irgendwie. Die Frage ist nur, wie erreicht man dieses Gefühl, diesen Zustand in dem sich die Dinge natürlich und sicher anfühlen? Hier kommen wir schließlich zurück zur Frage warum Footwork so ein wichtiges Element in jedem Training sein muss. Der Footworkteil eines Kurses, gibt Dir die Chance Dich eine kurze Zeit vor dem Spiegel nur mit Deinem Körper und dem Rhythmus auseinander zu setzen. Du lernst neue Schrittkombinationen die Dir helfen den Rhythmus auf Deinen Körper zu übertragen ohne das Du  Dich dabei noch zusätzlich auf die Bewegungsabläufe eines Partners konzentrieren musst. Es gibt also nur Dich, die Musik und den Fokus auf der neuen Schrittkombination, Isolation oder was auch immer gerade das Thema in Deinem Kurs ist.

Je öfter Du also konfrontiert wirst mit Dir ganz allein in Bewegung zur Musik, desto klarer wird für Dich das Gefühl werden zur Musik. Kleine Probleme mit dem Takt verschwinden langsam und Du wirst sicherer im Umgang mit den gängigen Rhythmen und Patterns der Salsamusik. Denk daran, in den meisten Lateinamerikanisch Ländern wird den Leuten nicht erklärt wie sie sich zum Rhythmus zu bewegen haben, sie lernen den Rhythmus verstehen dadurch das sie sich in diesem bewegen. Das kann in jedem Alter noch funktionieren und nachgeholt werden, auch wenn Du wenig Erfahrung mit Musik und Rhythmus hast. Durch die Bewegung Deines Körpers zum Rhythmus lernt Dein Körper ihn verstehen und Du gewinnst schnell an Sicherheit. Footwork ist daher ein unerlässlicher Bestandteil sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene Tänzer um mehr Beziehung zur Musik zu bekommen und den Körper frei in den Rhythmen der Salsa bewegen zu können.

Punkt 2 : Der Raum und Du – oder – wie war das noch mal mit der Hand-Fuss-Koordination?

Der zweite Aspekt ist eher unromantisch und nicht ganz so poetisch. Wir alle kennen es: „Malen sie bitte einen Kreis mit der rechten Hand in die Luft und mit der linken Hand eine Acht.“ Hat´s geklappt? Nun, ich will Euch jetzt nicht enttäuschen, dass ist schon ne Leistung wenn das geklappt hat, aber das waren auch nur die Hände. Als Tänzer sind wir ständig damit konfrontiert alle möglichen Körperteile auf verschiedene Arten zu koordinieren. Allein beim Grundschritt haben wir durch die Counter-Body-Rhythm Technik schon mindestens fünf Koordinationen die gleichzeitig ausgeführt werden können. Da wären die Schulter, die Arme, die Rippen, die Hüften und die Füße. Sprich: Koordination ist ein unglaublich wichtiger Punkt beim Tanzen und das bei beiden Geschlechtern.

Ladys:

Ihr macht Eure Schritte, um dem Mann folgen zu können müssen aber die Arme getrennt von den Schritten laufen. um schöne Stylingelemente anwenden zu können, werden häufig Arme und Beine getrennt voneinander koordiniert. Hier können wir was Styling angeht noch massig an Ebenen dazu nehmen um das Ganze noch ganzheitlicher zu gestalten. Hast Du eine gut trainierte Koordination, hast Du gewonnen und wirst eleganter und weicher Deine Bewegungsabläufe durchführen können.

Gentelman: 

Wer kennt es nicht, es beginnt in der ersten Stunde: Du hast die ersten Grundschritte gelernt, vielleicht auch schon die ersten Drehungen und schon kommt das Ungeheuer dazu: DIE FÜHRUNG! 🙂 Ja, so kann sich das zu Beginn anfühlen. Wir alle wissen das es unter Umständen erst einmal schwierig sein kann, locker die Schritte auszuführen und dabei auch noch zu führen. Ihr seid also ein Paradebeispiel für das Thema und die Wichtigkeit einer guten Hand-Fuss-Koordination.

Wie Du siehst ist ein gutes Koordinationstraining eine gute und wichtige Sache um Dich zu verbessern, sowohl in der Führung, als auch in der Situation des Folgenden. Na klar, wir könnten jetzt auch ne Ewigkeit Achten und Nullen in die Luft malen aber da macht es doch nun wirklich viel mehr Spaß sich zur Musik zu bewegen. Mit anderen Worten, willst Du Deine Koordination in Deinem eigenen Körper und Deine Koordination zum Raum verbessern gibt es kein besseres Training als ein Salsa Footworktraining. Footwork und Isolationen sollten auch deswegen ein Bestandteil in jedem Kurs sein.

Punkt 3: Die Aufnahmefähigkeit schulen

„Jede Woche eine andere Kombination, jede Woche neue Schritte, neue Rhytmen und Koordinationen. Wer soll sich das bloß alles merken???“

Ganz erhlich gesagt: Keiner! Wenn Du jede Woche im Warm-up Deines Kurses eine neue Footwork Kombination lernst, ist es schon verständlich das Du Dir nicht alle Teile im Detail merken kannst. Die meisten Lehrer mit Erfahrung wissen das auch und verlangen auch selten von Dir das Du alles haargenau so im Kopf hast.

„Aber, bringt das denn dann was, wenn ich das bis zur nächsten Stunde eh wieder vergesse?“

Ja, es bringt etwas! Sogar mehr als Du ganz bewusst wahrnehmen kannst. Immer wieder neue Koordinationen zu lernen hilft Dir dabei schneller das System dahinter zu entschlüsseln wenn Du etwas siehst. Dein Körper sammelt so zu sagen Erfahrung im Aufnehmen. Er sieht etwas, lernt es schneller zu entschlüsseln und es dann auf Deinen eigenen Körper zu übertragen. Der Vorteil daran, wenn Du etwas schnell aufnimmst, bleibt Dir so mehr Zeit an anderen Dingen zu arbeiten wie Technik, Styling oder Musikalität. Nichts ist unbefriedigender als: „Jetzt hab ichs grad verstanden und die Stunde ist schon um“. Erst nachdem Du schnell die Grundkoordinationen einer Kombination aufgenommen hast, ist das Fenster zur tiefen Verbesserung der Bewegungsabläufe geöffnet. Ab jetzt stehen alle Wege offen und Du kannst den Rest der Stunde nutzen um an Extras zu arbeiten.

Punkt 4: Kreativität und Improvisation

Gute Tänzer sind nicht nur Männer die gut führen können oder Frauen die jede geführte Figur technisch gut und ohne zuviel oder zuwenig Wiederstand ausführen. Man sieht das sie kreativ mit der Musik und den Schritten umgehen. Footwork hilft Dir dabei mehr Kreativität in Deinen Tanz zu bringen und Freiräume zu schaffen, sowohl für Dich als auch für Deinen Partner. Salsa bewegt sich stark in einer klaren Rollenverteilung, um diese ein wenig aufzulockern ist eine kleine Footwork zwischen den Partnerworkteilen ein tolles Mittel. Hier hat jeder die Möglichkeit seine ganz eigenen Interpretationen in den Tanz einzubringen. Man inspiriert sich gegenseitig und bringt ein sehr wichtiges musikalisches Element in den Tanz: call & response! Dieses Frage/Antwort Spiel zwischen den Partnern (übrigens auch zwischen den Musikern in den meisten Musikstücken) ist ein wichtiger Bestandteil der Salsa. Lassen wir das weg, passiert ab und an schon mal folgendes:

Ein bekanntes Beispiel:

Die beiden tanzen und es ist alles gut. Plötzlich lässt er sie los, er liebt den Song und fühlt sich deshalb sehr inspiriert er hat Spaß am improvisieren und legt los was das Zeug hält. Sie ist wie gefroren. Verlegen tanzt sie ein paar Grundschritte und hofft das er bald wieder zurück kommt. Er sieht das sie nicht besonders glücklich ist mit der Situation und schließt die offene Position schnell wieder. Schade, er hätte das Spielchen gern noch ein wenig weiter gespielt…

Noch ein bekanntest Beispiel:  

Die beiden tanzen und es ist alles gut. Sie hatte in letzter Zeit so einige Workshops, Lady Styling, Footworkelemente, Isolationen, Cuban Rumba ect. Sie so inspiriert wie lange nicht und wartet nur darauf das er sie einmal kurz loslässt so das sie einmal für kurze Zeit die Musik auf ihrer Art interpretieren kann. Leider fühlt er sich eher unwohl dabei alleine vor ihr zu tanzen und er fühlt sich bei Footworkelementen eher uninspiriert und gar nicht kreativ. So vergeht der Tanz also als ein 100% Partnerwork Tanz. Schade, sie hatte eigentlich ne Menge Ideen für Dinge die ihm sicher gefallen hätten…

So kann es aussehen wenn das Gefühl zur Footwork eher unausgeglichen ist. Die Wahrheit ist die wenigsten mögen Footwork nicht weil es ihnen einfach nicht zusagt. Meistens werden sie einfach zu wenig damit konfrontiert. Je länger Du Dich damit beschäftigst, desto wohler wirst Du Dich auch in einer call & response Situation fühlen. Desto mehr kannst Du Deinen Gefühlen zur Musik und zum Partner Ausdruck verleihen. Sich gegenseitig zu inspirieren ist für die meisten Tänzer für das gewisse Etwas in einem Tanz verantwortlich.

In einem regelmäßigen Footworktrainig lernst Du also viel mehr als nur einfach ein paar Schrittkombinationen. Du verbesserst Deine Musikalität und den Bezug zum Rhythmus, Deine Koordination erweitert sich und wird immer leichter auszuführen, neue Schritte zu lernen geht schon bald im Handumdrehen und dazu fühlst Du Dich bald sicher und kreativ in bestimmten Tanzsituationen. All das sind vor allem Dinge die für den Teil der Dir am meisten Freude bereitet unerlässlich sind: Für die Partnerwork 🙂

Unser Rat an Dich: „Pimp your Partnerwork with some Footworktraining“ und schon bald kannst Du vielen Fragen zum besseren Lernen ganz einfach adios sagen!

Salsa Lady Styling lernen in Berlin mit Sarah

Salsa Lady Styling lernen in Berlin mit Sarah immer Dienstags ab 18:30 in der Tanzschule Cumbancha

The roots of Salsa – Rumba y Batá

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Ursprünge der Salsa verstehen lernen – Teil 1 – Die Rumba

Rumba teilt sich in drei wesentliche Bereiche (Rhythmen), die als Yambu, Guaguanco und Columbia definiert werden. Während sich Yambu und Guaguanco in Ihrer 4/4 Struktur ähneln und eher im Tempo deutlich zu unterscheiden sind, zeichnet sich Rumba Columbia durch ein feuriges Tempo in einem 6/8 Gefühl aus. Yambu ist eine langsame gespielte Rumba. Mit ihm werden Geschichten erzählt und alte Weisen gesungen. Außerdem zählt Yambu zu den Attributen einer vorwiegend älteren Generation.

Aufgrund des straken Bezugs zu Land und Leuten findet man auch hier das Cajon als Teil des Instrumentariums neben Congas, Tumbas, Clave Shekere und Palitos. Paliitos sind kleine Holzkästen – einfach gezimmerte Holzkörper bzw. Zigarrenkistchen – die mit kurzen Schlagstöcken gespielt, harte und trockene Sounds ergeben (ähnlich dem Cascara Sound)

Guaguanco wird im Vergleich zu Yambu schneller und temperamentvoller gespielt und eignet sich daher auch als Rhythmus Element für eine Salsa sehr gut. Der Rhythmus is synkopisch geprägt, dieses spielen mit Synkopen zählt in Kuba zu einer der wichtigsten musikalischen Traditionen. Der Guaguanco besticht musikalisch durch seine Virtuosität und Finesse und gehört weltweit bei allen Musikern zu den klassischen Elementen des Musizierens

Hier mal ein Beispiel für eine Rumba Yambú

Und einen Guaguanco

und schließlich eine Columbia

Die Clave in der Rumba

Besonders interessant ist der Pattern der Clave (Pattern nennt man eine Abfolge an Schlägen die einen in sich geschlossenen Rhythmus ergeben, der sich dann im Laufe des Liedes  konstant wiederholt) Die 3/2 Version verfügt – entgegen der Son Clave oder auch Salsa Clave genannt – über einen Impuls auf der 4und. Durch diese „Positivverschiebung“ von der 4 auf die 4und, wird der Pattern als Rumba Clave definiert. Die Schläge der Clave werden dann wie folgt positioniert:

 1   2und   4und         6      7

Auch interessant ist, dass durch die Rumba Clave im Bezug auf die anderen Instrumente ein Muster entsteht welches typisch für afro-kubanische Rhythmen und Tänze ist: Der „call and respond“. In unserem Fall besteht ein starker Bezug zwischen Rumba Clave und Conga.

Das Interessante im Bezug zur Conga ist nun, das die „Open Tones“, also die Schläge die der Conga Spieler mit seiner offenen Hand schlägt genau die Schläge der Clave wiederholen. Die Conga schlägt ihren „Open Tone“ auf den Schlägen 5 – 6und und hat damit eine Antwort gegeben auf die Schläge der Clave auf 1 – 2und.

So entsteht ein Gefühl von Frage und Antwort was sich auch improvisatorisch im Tanz umsetzen lässt. Dieses Wechselspiel ist das elementare Kennzeichen beider Rumbas (Yambu & Guanguanco).

Hier ein paar Klangbeispiele, in denen Du Dir den Rumba Rhythmus einmal anhören kannst:

  • Los Papines – China linda

Das ist eine klassische/traditionelle Rumba in der man gut den Charakter des Rhythmus erkennen kann.

  • Oiga mi Guaguancó – Eddie Palmieri

Dieser Song ist ein gutes Beispiel für eine Rumba die in ein Salsa-Stück integriert wurde.

  • Somos Cubanos – los Van Van

In der Timba Stil, ist es sehr üblich das eine große Verbindung entsteht zur traditionellen Rumba, in diesem Beispiel von Los Van Van kann man das sehr deutlich empfinden.

  • Quimbara – Celia Cruz & Tito Puente

Quimbara ist ein Stück was ein gutes Beispiel ist für eine Salsa die im New York Stil gespielt ist und trotzdem weniger einen Jazzeinfluss hat als einen klassischen Rumba Einfluss.

Batá – ein kleiner Exkurs in die Religion

Batá ist ein religiöser Tanz der Santeriá Religion. Sie hat starke Parallelen zum Katholizismus und nutzt verdeckte Identitäten für bekannte katholische Heiligenbilder, wird aber von der katholischen Kirche selbst strikt abgelehnt. Sie ist in Kuba stark verbreitet. In Dieser Religion beten die Gläubigen verschiedenen Götter an und fragen diese bei bestimmten Problemen um Rat. Der Tanz der auch ein Teil eines Anbetungsrituals sein kann, unterscheidet sich besonders dadurch von der traditionellen Rumba das hier mit wesentlich mehr Ehrfurcht getanzt wird:

Hier steht jeder Gott für ein anderes Anliegen. Hier mal eine kleine Liste der wichtigsten Götter:

Warum interessiert uns das nun etwas für den Tanz? Nun, viele Musikrichtungen und Tänze in Kuba, sind traditionelle und religiöse Tänze die erst im Zuge der religiösen Anbetung entstanden sind. So auch der Batá der ein sehr religiöser und ritueller Tanz ist und sehr viel Ähnlichkeiten aufweist zur klassischen Rumba. Texte die diese Religion besingen, findet man in vielen Salsa Liedern. Der Batá Rhythmus ist ebenfalls ein Rhythmus den man in vielen Salsaliedern unterschwellig finden kann.

Ein Beispiel dafür:

  •  Yemaya y ochun – La India

Der Anfang des Liedes hat einen typischen Batá Rhythmus der an einen kubanischen Son erinnert. Der hier verwendete Rhythmus heißt „Iyalugua Rhythmus“ und ist ein klassischer Rhythmus der Batá Tradition.

  •  Machito und andere Interpreten haben in Ihren Texten einen großen Einfluss der Santería.

Obwohl Rumba und Batá beide afro-kubanischen Ursprungs sind, weisen sie einen fundamentalen Unterschied auf: Batá ist religiöse Musik und Rumba weltliche Musik. Das wird sofort klar, wenn man sich die Tänze ansieht: Die Bewegungen im Batá sind viel ehrfurchtsvoller, die Bewegungen der Rumba vielmehr „von der Strasse“

Salsa und seine Vorurteile

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Ich möchte im heutigen Artikel gerne ein Thema aus der Wünsch Dir was Box (Die findet Ihr übrigens oben im Menü) ansprechen. Es kam der Themenvorschlag: Abseits der Tanzschule – so tanzen die Latinos. Nun, dieses Thema ist nicht ganz so leicht zu betrachten und vor allem möchte ich ihn dazu nutzen um die Vorurteile die mit diesem Thema verbunden sind aus der Welt zu schaffen. Sicher nicht Alle aber vielleicht zumindest einige.

Oftmals hört man von Streitigkeiten zwischen den Lagern, in denen darüber gestritten wird, was denn nun DIE ECHTE SALSA sei. Da bekämpfen sich regelmäßig Kubanische Tänzer und Linientänzer und erfinden füreinander etwas schlüpfrige Kosenamen welche darstellen sollen, dass weder der eine noch der Andere hier wirklich weiß was ECHTE SALSA ist. Dieses Thema ist ein ewiges und leidiges Thema was auch bei mir, wenn ich es ehrlich gestehen darf, dazu geführt hat das ich ein wenig seltener auf der Tanzfläche zu finden bin.

Wo beginnen wir am Besten? Werfen wir zunächst einen kleinen Blick auf die verschiedenen Salsa Stile die uns regelmäßig auch in den Clubs so umgeben und schauen wir mal wo das ganze überhaupt herkommt. Vielleicht finden wir ja dann raus, wie die LATINOS wirklich die ECHTE SALSA tanzen.

Beginnen wir mit:

Die kubanische Salsa

Die kubanische Salsa wird auch „de la calle“ genannt, das heißt frei übersetzt „von der Strasse“, ihm gegenüber steht der „Casino“. Diese zwei unterschiedlichen Namen weisen auf die unterschiedliche Herkunft der beiden Stile hin. Der „de la calle“ wurde wie der Name schon sagt häufig auf der Strasse getanzt und ähnelt eher einem folklorischen Stil, da er besonders in den ländlichen Gegenden Kubas bekannt war. „Der Casino“ was eine frühe Unterhaltungsform die vor allem in Cabarets und Casinos großen Andrang fand.

Nach der Kubanischen Revolution 1959 wurden die meisten Cabarets und Casinos, die zumeist von der Oberschicht und US-amerikanischen Touristen besucht waren, geschlossen. Dies war ein großes Dilemma für die kubanische Salsa, denn da diese sich erst in den 70er Jahren größter Popularität erfreute, gab es durch die vielen fehlenden Plattformen keinen echten Ort mehr um diese zu zeigen und zu entwickeln.

Aus diesen Gründen ist das was wir heute unter kubanischer Salsa verstehen ein Mix aus „de la calle“ und „Casino“ wobei der Begriff „Casino“ auch bis heute noch weitaus mehr verwendet wird. Häufig fällt auch der Begriff „de la calle casino“. Hier mal ein kleines tänzerisches Beispiel von Rafael Baro:

Auch wenn die kubanische Salsa in Europa häufig mit dem Break auf 3 unterrichtet wird, ist es möglich sie sowohl auf 1 als auch auf 2 zu tanzen. Auf zwei zeigt sich ein großer geschichtlicher Hintergrund da wir hier eine Parallele ziehen können zum „Urvater der Salsa“ dem kubanischen Son.

Im Artikel: Einmal durch die Epochen hören, könnt Ihr Euch so einen Son einmal anhören.

Gestritten wird hier aber über die Taktwahl meist nicht. Wenn gesagt wird: „Welcher Takt ist doch egal, Hauptsache du kannst die Musik fühlen“ sind damit hauptsächlich die ersten 3 Takte als Break gemeint. Selten wird man einen kubanischen Tänzer finden der auf der 4 oder ähnlichen Schlägen seinen Grundschritt beginnt.

Als einen „Break“ im Tanz, bezeichnet man übrigens den Moment in dem mit dem Fuß die Richtung gewechselt wird. Sprich nach Vorn oder nach Hinten.

Abseits der Tanzschule – So tanzen die Latinos: Die kubanische Salsa kommt aus Kuba von den Kubanern!

Nun, wie wir aber wissen zählt leider nicht nur Kuba zu Südamerika, genau genommen hat Südamerika 13 Länder. Sehen wir also weiter, sortiert nach den Stilrichtungen was wir hier noch so aufspüren können. Weiter gehts mit:

Der Salsa N.Y. Style

Er entwickelte sich durch die puertoricanischen Einwanderer im letzten Jahrhundert nach N.Y. Hier gab es eine bunte Mischung von Künstlern und Musikern die sich auf ganz eigene Art Ihre Sauce zusammengemischt haben. Dies hat die Musik beeinflusst, denn hier entstanden ganz neue Musikformen. Auch der Tanz wurde beeinflusst und kam so um eine Erweiterung nicht herum!

Es entwickelte sich, der Mambo, der durch Eddie Torres, den selbst ernannten „Mambo King“, der das Ganze „Salsa Night Club Style“ nannte bekannt wurde. Eddie ist ein in N.Y. geborener Tänzer mit puerto-ricanischen Wurzeln. Im gleichen Krankenhaus wie Tito Puente geboren, er war ebenfalls puertoricanischer Abstammung, haben sie gemeinsam die Salsa verändert, geprägt und revolutioniert. Die kubanischen Ursprünge haben sich hier mit gesellschaftsfähigen Jazz vermischt und eine interessante, künstlerische Salsa gebildet. Diese ist bis heute sehr beliebt und noch immer auf dem Aufschwung.

Im „Salsa Night Club Style“ wird besonders die 2 betont (die slaps der Conga) und der Richtungswechsel legt sich auf die 2. Auch offene Positionen zwischen den Partnern sind, im Vergleich zum kubanischen Stil, sehr beliebt. So soll dem Partner Freiheit zur Interpretation der Musik gelassen werden. Hier spielt auch die Frauenrolle eine große Rolle. Diese soll präsentiert und gefeiert werden in einer harmonischen Einheit zum Mann.

Hier einmal ein sehr schönes und klassisches Beispiel:

Gleichtzeitig existieren hier aber auch Abspaltungen des Stils die sich ähnlich verhalten und kleine rhythmische Änderungen beinhalten. Wir im „Night Club Style“ lediglich auf dem „slap“ der Conga getanzt, tanzt man im New York Style on2 auf allen Schlägen der Conga, was zu einer minimalen zeitlichen Verschiebung und Verzögerung führt. Das nennt man einen synkopierten Tanz. Dazu aber ausführlich mehr in einem weiteren Artikel. Auch hier gibt es also minimale stilistische Unterschiede.

Dazu zu sagen ist noch, das dies keinen Falls eine europäische Erfindung ist: Auf der ganzen Welt sind fast alle bekannten Profis die diesen Stil vertreten New Yorker mit puertoricanischer Abstammung oder selbst in Puerto Rico lebende Latinos. Selbstverständlich gibt es auch Europäer die diesen Stil vertreten. Aber genau so wenig wie ein Deutscher, Kubaner wird wenn er kubanisch tanzt wird ein Puertoricaner, Amerikaner wenn er N.Y. Style tanzt.

Abseits der Tanzschule – So tanzen die Latinos: Der Salsa N.Y. Style, wurde in N.Y. von den puertoricanischen Einwanderern entwickelt.

Nun haben wir unsere Reise fast bewältigt. Ich möchte nicht auf alle Stile eingehen da es einfach wahnsinnig viele Abspaltungen gibt, warum das so ist und warum das sogar unendlich wichtig ist erkläre ich nach dem nächsten Absatz. Zunächst zur dritten und letzten Einheit für diesen Artikel:

Der Salsa L.A. Style

Er ist so ziemlich der jüngste aller Stile da er sich erst um 1995 in Los Angeles entwickelte. Böse Zungen behaupten das seine so schnell grassierende Popularität dadurch verursacht sei das hier der erste Schlag der Musik für den Break verwendet wird. Nun wir müssen zugeben das in Europa und auch den USA die „Eins“ einer der Musikalischen Knackpunkte darstellt. Was, das möchte ich hier betonen, keine Abwertung ist!

Entwickelt von dem Brüdern Vasquez, alle samt aus Mexico, wird er ausschließlich auf der Linie getanzt und konzentriert sich auf einen hohen Anteil an Bühnenelementen. Da dieser Stil wenn man ihn so anwenden will wie er ursprünglich gedacht ist, kaum auf eine volle Clubfläche passt, wurde daraus eine „Club Version“ diese nennt sich heute vor allem „Cross body Style“

Cross body lead ist die Grundfigur aller auf Linie getanzten Stile, vergleichbar mit dem kubanischen „dile que no“ wird hier ein räumlicher Seitenwechel vollzogen

Der Cross body Style wird heute in vielen Tanzschulen rund um den Erdball unterrichtet. Kennzeichnend für ihn ist auch die etwas umstrittene Adaptierung der Schritte „on2“ der zulässt, alle gelernten Figuren sowohl „on1“ als auch „on2“ zu tanzen. Hier, im Unterschied zum N.Y. Style wird die typisch stark geladene Energie des „L.A. Style“ auf die zwei übertragen. Man kann also sagen ein „on2“ getanzter Cross body Style ist ein etwas „ruppiger“ N.Y. Style.

Generell wird für einen auf der Linie getanzten „on1“ Stil der Name „Cross body Style“ verwendet. Nur zu oft ist leider die Verwendung N.Y. Style für das generelle auf der Linie Tanzen eine falsch verwendete Terminologie.

Hier mal ein Beispiel für einen tollen typischen L.A. Style:

Abseits der Tanzschule – So tanzen die Latinos: Der L.A. Style wurde in Los Angeles entwickelt und zwar von mexikanisch abstammenden Latinos!

Wie man also sieht hat sich die Salsa in unglaublich viele Stile abgespalten und vermischt. Jeder hat seine persönliche Zutat dazu gemischt. Wenn man also tanzen möchte wie ein Latino beachte man folgende Regel:

Mache Deine persönliche Sauce, finde Dein ganz persönlcihes Rezept. Probiere alles aus, alle Stile um heraus zu finden was Dir besser gefällt, was Dir besser liegt, was Dich am meisten inspiriert. Nimm die Scheuklappen ab und versuche nicht die ECHTE SALSA zu lernen, denn die gibt es nicht. Salsa lebt davon das sie schwer zu definieren ist. Der Clue ist: Du musst Deine ganz eigene Salsa finden, wenn Du sie in einem bereits existierenden Stil findest ist das schön, wenn Du eigene Elemente und Vorstellungen damit vermischen willst, noch besser.

Und noch eine Regel ist absolut wichtig:

Salsa ist ein Tanz der entstand um für Respekt zu kämpfen. Bitte verurteile also niemanden nach seiner Wahl für einen Stil. Lass Dich darauf ein und tanz mit jedem, denn vielleicht hilft Dir das zu entdecken was wirklich Toleranz ist. Liebe zur gleichen Sache und zwar auf ganz unterschiedliche Arten und Weisen!

In dem Sinne: Que viva la Salsa!!

Refelcting Cascara

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Ein Salsa Rhythmus

Nach einem wahnsinnig interessanten, an ein Forschungslabor grenzenden, Gespräch mit Johannes heute möchte ich auch jetzt zu später Stunde noch einen Artikel über den Cascara Rhythmus verfassen. Zunächst ein paar kleine Informationen um Euer Grundverständnis zu erweitern.

Der Cascara Rhythmus ist einer der wichtigsten Rhythmen lateinamerikanischer Musik. Cascara bedeutet „Schale“ und wird deshalb so genannt weil der Timbales Spieler diesen Rhythmus auf den metallenen Seiten seiner Trommel schlägt. Er ist ein Rhythmus der wie der Clave Rhythmus ein 2/3er oder ein 3/2er Muster haben kann. In der musikalischen Komposition nennt man diese Umkehrung „Krebs“.

Der Cascara Rhythmus ist für die Salsa sehr wichtig weil er einen treibenden und scharfen Sound ergibt. Unter Anderem dadurch empfinden wir die Salsa Musik als recht rasant und energetisch geladen.

Johannes und ich haben nun versucht durch hören den Rhythmus genau zu terminieren. Dies entstand mehr oder weniger durch das von mir erstellte Chart, in dem alle Salsa Rhythmen mit Zählzeiten dargestellt sind (es hängIman der Tanzschule im großen Saal) welches doch einige Fragen aufwarf. Johannes war der Meinung das dort etwas nicht stimmt, also haben wir uns gemeinsam auf die Suche gemacht:

Wir wollten also die genauen Schläge des Cascara Rhythmus bestimmen. Was nicht gerade einfach ist. Wir sind in dem Gefühl für den Rhythmus recht sicher aber das genaue Bestimmen der Zählzeiten erwies sich als sehr schwierig.

Ich habe nun noch einmal recherchiert und habe herausgefunden, sowohl Johannes als auch ich hatten recht.

Denn es gibt zwei verschiedene Muster des „Cascara“, die innhalb ihrer beiden Blöcke vertauschbar sind. Dies ist ganz ähnlich dem Clave Muster. Das Clave und das Cascara Muster existieren in zwei Varianten. Durch vertauschen der einzelnen „Bars“ also 4tel Takte entsteht so ein etwas anders klingendes Muster.

Hier die Zählzeiten für das erste gängige Muster, diese Muster ist nicht direkt notiert auf dem Chart in der Tanzschule.

3/2 Cascara:

1 2 + (3) + (4) +5 6 7+ (8) +

Alle eingeklammerten Zahlen sind Zählzeiten die nicht gespielt werden! Da die +Schläge teilweise genau die Länge eines Schlages voneinander entfernt geschlagen werden ergibt sich ein komplexes neben-off-beat Verhältnis. Für den, der sich diesen Rhythmus mal verinnerlichen möchte, dem kann der folgenden Sprechgesang helfen. Dafür gibt es einen leichten Satz um sich den Rhythmus zu merken:

Du-gehst-du-gehst-schon-ich-geh-jetzt-wirklich

Das erste „Du“ am Anfang des Satzes ist dabei ein Auftakt das bedeutet es ist das Ende der Zählung von oben. „Du-gehst“ am Anfang fällt also auf die Zählzeiten +1. „Ich-geh“ fällt somit auf die +5. Das kann uns – by the way – auch dabei helfen die „Eins“ zu finden. Für alle die damit ab und an noch Probleme haben. Auch für on2 Tänzer ist der „Cascara“ Rhythmus ein „tänzerischer Schlüssel“ dazu später mehr.

Das zweite Muster des „Cascara“ Rhythmus ist das, welches in der Tanzschule auf meinem Chart notiert ist. Es ist das gleiche Muster wie oben, nur spiegelverkehrt notiert. Das bedeutet: die ersten 4 Schläge tauschen den Platz mit den zweiten 4 Schlägen, gezählt wird das dann so:

2/3 Cascara

1 2 3+ (4)+ 5 6+ (7)+ (8)+

Das bedeutet auch das unser Sprachmuster sich umkehren muss. Genau das war der Grund für die Verwirrung bezüglich meines Charts, denn die Aufzeichnung der Zählzeiten war zwar korrekt allerdings hatte ich den Merksatz der darunter geschrieben war nicht mit umgedreht. Er müsste also richtigerweise heißen:

Ich-geh-jetzt-wirklich-du-gehst-du-gehst-schon

Das tolle ist, wenn man die beiden nicht in Verbindung zu einer Melodie hört, dann klingt es irgendwann wieder gleich für den der nur zuhört. Entscheidend ist also der Beginn des Rhythmus und der Rhythmus in Verbindung zu Anderen Elementen wie zum Beispiel der Melodie.

Der Cascara Rhythmus steht fast immer in Verbindung zum Clave Pattern (2/3 oder 3/2) Das kann dann so aussehen:

Bild

Hier eine 3/2 Son-Clave notiert gemeinsam mit unserem zuerst erwähnten Cascara Rhythmus. Es ist nun möglich die Clave zu spiegeln ohne die Cascara mit zu spiegeln. Das kann eine Methode sein um ein neues Ryhthmus-Gerüst für eine Melodie zu entwerfen. Viele Musiker, die auch selbst Musik schreiben arbeiten mit diesen „Werkzeugen“, um rhythmische Veränderungen entstehen zu lassen.

Ich hoffe das der Artikel Euch helfen konnte 🙂 Lieber Johannes, vielen Dank für die großartige Diskussion!!!!!

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